Leder

Leder ist ein natürliches Material, welches sowohl in der Bekleidung als auch in der Inneneinrichtung oft Verwendung findet. Als Naturprodukt wird Leder in Häuten angeboten. Dabei werden ¼, ½ und ganze Häute als Größen unterschieden. Charakteristisch für echtes Leder sind die einzigartige Narbung und seine atmungsaktiven Eigenschaften. Die haptischen Eigenschaften des Leders sind sehr vielfältig: vom geschmeidigen Nappaleder, über weiches Veloursleder bis hin zum rauen Wildleder – Leder wird vielen Ansprüchen gerecht. Beachte, dass du für Leder spezielle Ledernadeln zum Verarbeiten benötigst.
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Leder Kaufberatung

Leder ist ein Naturprodukt. Schon seit Jahrhunderten wird Leder für Bekleidung oder Accessoires verarbeitet und überzeugt mit seinen Eigenschaften. Leder findet in der Bekleidung überall Verwendung. Hosen, Jacken, Schuhe, Hüte, Taschen und vieles mehr kannst du aus Leder nähen. Wir zeigen dir, was du hinsichtlich Material, Näheigenschaften und Pflege beachten solltest.

Leder – ein Naturprodukt

Leder bezeichnet eine durch Gerbung chemisch haltbar gemachte Tierhaut, deren natürliche Faserstruktur weitgehend erhalten ist. Leder wird meist aus der Lederhaut  genannten Hautschicht gewonnen.

Leder gehört zu den ältesten von der Menschheit verwendeten Materialien, zusammen mit Holz, Stein, Wolle und Pelz. Leder wurde schon in der Steinzeit zu Kleidung verarbeitet. Zur Zeiten der Jäger und Sammler wurde das gesamte Beutetier genutzt: Fleisch wurde verzehrt, Horn, Knochen und Zähne für die Waffenherstellung verwandt und Pelz und Leder für Bekleidung genutzt. Dies liegt an den funktionalen Eigenschaften von Leder: es ist besonders robust, atmungsaktiv, wärmeisolierend und weitestgehend wasserabweisend.

Bereits seit der Anfangszeit des Automobilbaus wird Leder auch für Sitzbezüge und Innenausstattungen von Fahrzeugen eingesetzt. Teil- oder Vollausstattungen mit Autoleder sind für gewöhnlich Aufpreis pflichtige Sonderausstattungen. Möchtest du deine Innenausstattung aufwerten, findest du bei uns das dafür benötigte Autoleder. Aufgrund der hohen Beanspruchung, wie Kälte, Wärme, Nässe und Sonneneinstrahlung bestehen an diese Leder besondere Anforderungen,  hinsichtlich der Dehnbarkeit, Abriebfestigkeit, Lichtbeständigkeit und einer geringen Brennbarkeit.

Welche verschiedenen Ledersorten gibt es?

Für die Herstellung von Leder kann jede tierische Haut verwendet werden. Welche Qualität ein Leder besitzt, hängt von der Ausgangsqualität ab. Von allen weltweit verarbeiteten Häuten stammen über 95 Prozent von Rindern, Kälbern, Schafen, Ziegen und Schweinen. Diese Häute sind ein Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie.

Besonders beliebt ist Nappaleder. Es ist ein ziemlich weiches, chromgegerbtes Glattleder vom Kalb oder Schaf.  Heute ist Nappaleder der Sammelbegriff für besonders geschmeidiges Glattleder aller Tierarten und Verwendungszwecke, zum Beispiel auch für Polsterleder. Die naturbelassene Oberfläche mit den offenen Poren  gewährt  hohe Wasserdampfdurchlässigkeit und einen optimalen Wärmeaustausch. Du kannst Nappaleder auch pigmentiert, z.B. in Schwarz kaufen. Hierbei  wird die Farbe mit Hilfe eines Bindemittels fest auf die Narbenfläche aufgetragen, um ein gleichmäßiges Bild auf der ganzen Haut zu erreichen. Diese Leder sind weniger atmungsaktiv, im Gebrauch aber unempfindlicher und pflegeleichter.

Häute statt Meterware

Möchtest du sogenanntes Echtleder zum Nähen kaufen,  rechnest du nicht in Meterware, sondern in Häuten. Dabei werden ¼, ½ und ganze Häute als Größen unterschieden. Der Preis steht in Abhängigkeit zur Qualität und Art des Leders.

-       robust, atmungsaktiv, wärmeisolierend und weitestgehend wasserabweisend
-       Naturprodukt, das durch Gerbung haltbar gemacht wird
-       95% besteht aus Rinder-, Kälber- Schafs-, Ziegen- oder Schweineleder: Sonderform ist das weiche Nappaleder
-       Leder kaufen: wird in Häuten angeboten, Preis richtet sich nach Qualität und Art

Leder nähen - das solltest du wissen

Leder hat eine organische Laufrichtung. Die Laufrichtung liegt quer zum Fell, das heißt von rechts nach links und nicht vorne nach hinten. Die Laufrichtung ist für die Reißfestigkeit entscheidend. Jedes Fell oder Leder kannst du  in der Laufrichtung reißen. Gegen die Laufrichtung soll gutes Leder unzerreißbar sein. Bei den meisten Nähprojekten wie Kleidung oder Taschen ist es nicht allzu wichtig, dass du dich an die Laufrichtung hältst. Allerdings solltest du drauf achten, dass Lederriemen und Bänder auf jeden Fall richtig, also in Laufrichtung zugeschnitten werden. Vermeide unbedingt Leder diagonal zur Laufrichtung zuzuschneiden, auch wenn du dadurch Leder sparen könntest.

Leder zuschneiden

Leder dehnt sich in Laufrichtung mehr als in Längsrichtung. Deshalb solltest du immer drauf achten, die Schnittteile alle in der gleichen Laufrichtung zuzuschneiden. Wenn du z.B. Ärmel oder Vorderteile/Rückteile hast, schneide sie immer in  gleicher Richtung zu, auch wenn dies mehr Leder erfordert.

Beim Zuschneiden von Veloursleder musst du außerdem die Streichrichtung beachten. Diese sollte immer von oben nach unten verlaufen.

Mit Klebestreifen oder Gewichten kannst du einzelne Schnitteile auf dem Leder fixieren.

Leder nähen

Was du beim Nähen von Leder beachten musst, hängt von der Dicke und Beschaffenheit deines Leders ab. Nutze grundsätzlich spezielle Ledernadeln für deine Nähmaschine. Diese schneiden beim Einstich ein Loch so ins Leder, dass der Faden besser laufen kann. Da Leder beim Nähen Widerstand gibt, kannst du dünnes Papier unter den Nähmaschinenfuß legen. Du kannst hierbei ganz einfach drübersteppen und danach das Papier wieder abreißen. Alternativ kannst du auch einen speziellen Teflonfuß benutzen, der verhindert, dass dein Leder am Fuß „kleben“ bleibt.

Beachte, dass Leder nicht mehr aufgetrennt werden sollte. Die kleinen Löchlein der Naht bleiben später sichtbar. Deshalb raten wir dir auch davon ab, dein Leder mit Stecknadeln zu fixieren. Den Saum kannst du einfach mit einem Lederkleber verarbeiten, denn Leder braucht an den Nahtzugaben nicht versäubert werden.

Achte auch immer darauf, dass du deine Fadenspannung an dein Leder anpasst. Gerade eine zu lockere Unterfadenspannung verhindert, dass sich Ober- und Unterfaden optimal miteinander verbinden. Mit einer größeren Stichlänge geht das Nähen auch besser.

-       Laufrichtung beachten und Schnittteile immer mit gleicher Laufrichtung zuschneiden
-       Bei Veloursleder außerdem die Streichrichtung beachten
-       Leder braucht spezielle LedernadelnDünnes Papier hilft dir den Stoff besser zu transportieren, alternativ kannst du einen Teflonfuß verwenden
-       Säume können bei Leder verklebt werden
-       Größere Stichlänge und eine angepasste Unter- und Oberfadenspannung erleichtern  das saubere Nähen

Unser Tipp: Damit dein Leder beim Nähen geschmeidig bleibt, solltest du Glattleder  vor dem Nähen mit Creme einfetten. Wildleder raten wir dir mit etwas Wasser anzufeuchten. Ist das Leder bereits im Vorfeld geschmeidig, musst du nichts daran verändern. Im Normalfall lässt es sich nämlich schon so verarbeiten.

Hilfreiche Pflegehinweise für Leder

Es gibt bestimmte Grundregeln im Umgang mit Leder. Wenn du diese bei der Reinigung und Pflege von Leder beachtest, kannst du eigentlich nicht viel falsch machen. Meist werden die Fehler bei der Reinigung gemacht. Aber auch bei der Pflege können falsche Mittel für die zu behandelnde Lederstoffe zu unerwünschten Ergebnissen führen. Daher solltest du immer zuerst die Lederart ermitteln und alle Reinigungs- oder Pflegeversuche an einem Musterstück auf unerwünschte Veränderungen testen. Bei der Lederart unterscheidest du hauptsächlich, ob dein Leder absorbierend oder nicht absorbierend ist.

Pflege von Glattleder

Oberflächengefärbte Glattleder kannst du meist sorglos mit Lederreinigern und Lederpflegemitteln behandelt werden, da sie zu der Gruppe der nicht absorbierenden Leder gehören. Flecken kannst du meist mit einem feuchten Lappen oder Lederreinigern entfernen. Pass auf, dass du nicht zu lang und zu stark reibst, sonst könnte die oberste Lederfarbschicht angelöst werden. Von lösungsmittelhaltigen Produkten raten wir dir ab, weil sie die Lederfarbschicht noch schneller anlösen. 

Pflege von offenporigem Leder

Vorsicht bei offenporigen Ledern, wie z.B. Rauhledern. Bei diesen Ledern musst du sehr vorsichtig sein, um durch eine falsche Reinigungsmethode den Schaden nicht zu vergrößern. Oft reicht schon Wasser, um die Flecken zu vergrößern.

Bei gerade erst entstandenen Flecken solltest du die noch nicht getrockneten Flecken mit einem Küchentuch versuchen aufzunehmen und die verbliebene Feuchtigkeit durch Pressen aus dem Leder zu ziehen. So kannst du am besten eine Randbildung vermeiden. Starkes Reiben schädigt allerdings die Oberfläche. Auch spezielle Fleckenmittel oder andere Hausmittel sind oft wenig hilfreich, sondern verschlimmern meist den Schaden. Wässrige Produkte dunkeln meist und lösungsmittelhaltige Produkte oder bleichende Produkte hellen die Umgebung vom Fleck weiter auf. Hier hilft es oft nur einen Fachkundigen im Bereich Lederreparatur nach einem Rat zu Fragen. Oberflächliche Verschmutzungen können vorsichtig rausgebürstet werden.

Offenporige Leder sollten regelmäßig imprägniert werden. Aber Achtung! Trotz Imprägnierung sind solche Leder nie richtig wasserdicht und sollten bei entsprechender Witterung auch nicht getragen werden.

Bekleidungsleder kann mit geeigneten Lederwaschmitteln selber gewaschen werden, nie jedoch mit handelsüblichen Textilwaschmitteln. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass sich das Leder verhärtet und bei zu hohen Temperaturen schrumpft.

Allgemeine Pflegehinweise

Das Leder solltest du  immer von alleine trocknen lassen. Nicht föhnen und nicht direkt in der Sonne trocknen. Auch dadurch kann Leder schrumpfen. Und beachte: Leder hat eine optimale Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60% und benötigt Luftzirkulation. Bei Luftfeuchtigkeit von über 70% und mangelnder Luftzirkulation kann Leder schimmeln.

Ebenso verändern direkte Sonneneinstrahlung oder laufende Heizkörper die Lederbeschaffenheit. Das Leder kann ausbleichen und austrocknen. Diese Einwirkungen solltest du daher so weit wie möglich vermeiden. Wir raten dir passende Lederpflegemittel mit entsprechendem UV-Schutz zu verwenden.

-       Lösungsmittelhaltige Produkte oder zu starkes Reiben lösen die Oberflächenfärbung an
-       Vorsicht bei Rauhleder: schon allein Wasser kann Flecken hinterlassen
-       Um Randbildung zu vermeiden: feuchten Fleck mit Küchentuch aufsaugen; kein starkes Reiben!
-       Offenporige Leder imprägnieren und nur bei passenden Wetterbedingungen tragen
-       Bekleidungsleder nur mit Lederwaschmittel und nicht zu heiß waschen
-       Leder immer an der Luft trocknen lassen und vor UV-Strahlen schützen

Kreativ mit Leder - Nähideen

Aus einem robusten Lederstoff kannst du deine kreativen Nähideen ganz nach deinem Geschmack gestalten.

Lederjacken und Ledermäntel liegen wieder voll im Trend. Suche dir ein passendes Schnittmuster, z.B. im Stil einer Bikerjacke, und tob dich aus. Hochwertiges Nappaleder passt hierzu besonders gut.

Weiches Veloursleder eignet sich zum Beispiel prima, um sich einen modernen Lederrock zu nähen. In Kombination mit einer Häkelbluse bist du gleich dem Hippietrend auf den Fersen. Genauso unkompliziert lässt sich eine Lederweste, wahlweise mit Fransen, und ein passendes Leder-Haarband schneidern. Wähle dafür einen möglichst feinen, leichteren Lederstoff aus, der angenehm auf der Haut zu tragen ist und schön fällt.

Durch seine besondere Griffigkeit, kannst du Leder auch prima für Babyschuhe verwenden. Entweder für einen gesamten Lederschuh oder du nutzt das Leder als Anti-Rutschsohle.

Eine moderne Alternative zum Jutebeutel ist außerdem der Turnrucksack. Aus Leder ist er robust und setzt ebenso einen interessanten Akzent zu deinem Outfit. Auch kleine Kosmetiktaschen, Stiftemäppchen, Buchumschläge oder Platzsets können in wenigen Schritten genäht werden.

Fazit

Suchst du einen robusten Naturstoff, mit besonderer Oberfläche, ist Leder genau richtig. Hier noch einmal kurz zusammengefasst, was du beim Verarbeiten und Pflegen von Leder beachten musst:

-       Leder ist ein robustes, atmungsaktives, wärmeisolierendes und weitestgehend wasserabweisendes Material
-       entscheide, ob du Glatt- oder Rauhleder verarbeiten willst
-       du solltest besondere Ledernadeln benutzen, und Fadenspannung und Stichlänge angleichen
-       Leder Stoffe müssen besonders gepflegt werden: keine aggressiven Reiniger verwenden, oft hilft ein feuchtes Tuch; in schwierigeren Fällen wende dich lieber an Fachpersonal wie z.B. einen Schuster

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